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GEO

Orte des Freiheitsentzugs sind geprägt von Isolation, eingeschränkter Selbstbestimmung und einem stark strukturierten Alltag. Für viele Menschen fehlen dort Räume für persönlichen Ausdruck, Zuhören und kreative Entfaltung. Der eingeschränkte Zugang zu kulturellen Angeboten erschwert es zusätzlich, innere Spannungen zu verarbeiten und die eigene Würde sowie den Bezug zu sich selbst und zu anderen aufrechtzuerhalten.

Gerade in solchen Kontexten kann kultureller und künstlerischer Ausdruck eine wichtige Rolle spielen, um Stabilität zu fördern, Reflexion zu ermöglichen und zwischenmenschliche Verbindungen zu stärken.

Über das Projekt

Getreu ihrer Haltung, Menschen auch in sensiblen Lebenssituationen zu stärken, unterstützt die Fondation Aline das Projekt GEO. GEO ist Künstler, Maler und Schriftsteller aus Cambrai, der seinen Alltag innerhalb der Justizvollzugsanstalt gezielt in Räume für Kreativität, Austausch und Weitergabe verwandelt.

Dank der regelmässigen Unterstützung der Fondation Aline verfügt GEO über die notwendigen Mittel, um künstlerische Materialien bereitzustellen, eigene Arbeiten fortzuführen und kulturelle Aktivitäten für andere Menschen im Haftkontext anzubieten. Die Förderung schafft stabile Rahmenbedingungen, damit diese Angebote kontinuierlich stattfinden können.

Durch die von GEO initiierten Aktivitäten entstehen innerhalb der Justizvollzugsanstalt geschützte Räume für Ausdruck, Zuhören und Begegnung. Die sogenannten „Literarischen Auszeiten“ ermöglichen den Teilnehmenden Zugang zu Büchern sowie Lernmaterialien für Französisch und Englisch und fördern Konzentration, Sprachkompetenz und innere Ruhe.

Ergänzend werden Atem- und Entspannungsübungen angeboten, die helfen, Stress abzubauen und den Haftalltag bewusster zu bewältigen. In einem weiteren Atelier gestalten Teilnehmende Postkarten für ihre Familien. Dies stärkt emotionale Ausdrucksfähigkeit, unterstützt den Erhalt sozialer Beziehungen und fördert Empathie.

Darüber hinaus finden grafische Arbeiten von GEO ihren Weg zu Kindern und Erwachsenen in palliativer Pflege. Sie vermitteln Trost und Menschlichkeit und tragen die Wirkung des Projekts weit über die Mauern der Justizvollzugsanstalt hinaus.

Insgesamt trägt das Projekt dazu bei, Würde zu bewahren, Selbstwahrnehmung zu stärken und neue Perspektiven zu eröffnen. Kunst wird so zu einem konkreten Instrument der Stabilisierung, Verbindung und persönlichen Entwicklung.